Pressemitteilung

Denk-Anstoß: Soziale Organisationen starten auffallende Aktionen zur Fußball-WM


Drei gemeinnützige Organisationen nutzen die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, um Werbung in eigener Sache zu betreiben: exilio, die Heilsarmee und die Aktion Canchanabury. Mit drei Guerilla Marketing Aktionen in der Münchner Innenstadt machen sie am 22.Juni gemeinsam deutlich: Soziale Themen bleiben während der WM auf der Strecke – obwohl sie zu den Dauerbrennern in unserer Gesellschaft gehören (sollten). Die Aktionen werden von der Untergrund-Agentur webguerillas unentgeltlich durchgeführt. Sie ist Ideengeber und für deren Durchführung verantwortlich.

München, 20. Juni 2006 - Wer hilft Menschen, die vor Folter geflüchtet sind und sich gegen eine Abschiebung wehren müssen? Wer gibt Obdachlosen in unserer Gesellschaft eine Chance auf Betreuung? Haben AIDS-Waisen in Afrika überhaupt eine Zukunft? Solche Fragen beschäftigen Menschen, die in einem gesicherten sozialen Umfeld leben, nicht allzu häufig. Um Denkanstöße zu geben und die Sensibilität gegenüber diesen Themen zu erhöhen, nutzen drei gemeinnützige Organisationen die Fußball-WM in München als Plattform für ihre Anliegen.

Etwa die Heilsarmee, die auf die große Zahl an Obdachlosen aufmerksam machen wird. Sie legt eine Vielzahl Obdachloser (Statisten) auf Parkbänke in der Münchner Innenstadt. Vor der Witterung schützen sie sich mit Decken, die aussehen wie grüne Fußballfelder. Davor ein Schild: „Wir sind für alle da, nicht nur während der WM – die Heilsarmee“. „Die Obdachlosen gehören leider vielerorts zum Straßenbild.

Hier haben wir einen guten Weg gefunden, um mit einem Augenzwinkern auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Denn unsere Aufgabe ist es, für diese Menschen da zu sein, ihnen ein offenes Ohr zu leihen und ihnen zu helfen in der Form, die ihnen gemäß ist“, sagt Andrea Weber, Majorin der Heilsarmee in München.

Auch exilio e.V., Lindau, ein Verein für Hilfe für Migranten, Flüchtlinge und Folterüberlebende, nutzt die WM für seine Belange: Er will mit einer Guerilla Marketing Aktion ein Gespür dafür vermitteln, welche bedeutende Lücke ein Mensch hinterlässt, der von heute auf morgen verschwindet. Dazu stellt exilio mehrere Kicker-Tische auf den Marienplatz in der Münchner City und in der Innenstadt von Lindau und lädt zum Spiel ein. Nur ein Detail ist anders als sonst – eine der Kickerfiguren fehlt: der Mittelstürmer. Ein kleines Schild macht die Lücke deutlich, darauf steht: „Gefoltert, abgelehnt, abgeschoben – exilio hilft!“

Im Spiel sollen die Passanten ein Gefühl dafür bekommen, dass die Lücke nicht zu schließen ist, die ein abgeschobener/entführter/verloren gegangener Mensch hinterlässt, egal, ob man ihn kannte oder nicht. „Durch diese Aktion im Rahmen der WM schaffen wir es, dass sich eine Vielzahl von Menschen auf wörtlich spielerische, aber eindringliche Weise mit den Themen Folter, Traumatisierungg und Abschiebung konfrontiert sieht. Denn leider wird in der Gesellschaft außerhalb von kurzlebigen Skandalen kaum darüber gesprochen“, sagt Lisa von Lüzelburg, Sprecherin von exilio.

Die Aktion Canchanabury e.V., Bochum, macht in der Münchner Innenstadt auf die Aids-Waisen in Afrika und Südamerika aufmerksam: Dazu werden bis zu 70 Trikots an eine Wäscheleine gehängt. Auf diesen steht in den Farben fiktiver afrikanischer oder südamerikanischer Länder: "Lasst uns nicht hängen! www.canchanabury.de hilft AIDS-Waisen.“ Die Trikots können von Passanten mitgenommen werden.

Aktion Canchanabury setzt sich unter anderem für bessere Lebensbedingungen HIV/AIDS-Infizierter in Afrika ein. Fußball spielt dabei eine elementare Rolle. „Fußball macht Afrikas Kinder stark. Es ist eine Möglichkeit, Menschen zu helfen und die Entwicklung in Afrika zu fördern. Am liebsten würde ich den Südsudan mit Fußbällen und Trikots überschwemmen – das ist nämlich die richtige Friedensarbeit für die vom Krieg traumatisierten Kinder“, sagt Canchanabury-Geschäftsführer Reinhard Micheel.

Alle drei Aktionen finden am 22. Juni in München statt. Grund: Gemeinsam fallen gemeinnützige Aktionen eher auf – und bewirken mehr. Durchgeführt werden sie ehrenamtlich von der Münchner Untergrund-Agentur webguerillas. Ihr Claim: „anstoß – Themen fern vom grünen Rasen“. Die genauen Termine und Orte geben wir Ihnen rechtzeitig bekannt unter www.webguerillas.de und per E-Mail.

Kurzporträts von exilio, der Heilsarmee und Aktion Canchanabury bietet der zweite beigefügte Text.


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